Der Stierkampf – Teil der Andalusischen DNA
Die malerische Arena von Mijas, einer charmanten Stadt in der Provinz Málaga [Google Maps], wurde im Jahr 1900 auf Wunsch der Anwohner erbaut und thront auf einem der höchsten Felsen des Ortes. Die Arena ist nicht nur ein Zeugnis der tief verwurzelten Tradition des Stierkampfes in Andalusien, sondern auch ein architektonisches Juwel mit einer einzigartigen Besonderheit: Ihrem ovalen Grundriss, eine seltene Form in Spanien, die der Arena eine besondere Atmosphäre verleiht. Die Anlage umfasst eine Krankenstation, eine Kapelle und einen Schlachthof, die allesamt essenzielle Bestandteile einer traditionellen Stierkampfarena sind.
Die Stars der Arena
Im Zentrum des Stierkampfes stehen die Toreros, deren Name vom spanischen Wort toro für Stier abgeleitet ist. Zu dieser Gruppe gehören die Matadores, Banderilleros, Picadores und Novilleros, die alle eine wichtige Rolle in der Arena spielen. Der Matador, der als Hauptfigur des Spektakels gilt, ist derjenige, der den Stier mit der Muleta, einem roten Tuch, reizt und am Ende des Kampfes mit dem Degen (Espada) den tödlichen Stoß versetzt.
Die Arena von Mijas ist stolz auf ihre reiche Geschichte und erinnert an die berühmtesten Toreros, die hier aufgetreten sind. Die Wände im Vorbereich der Arena sind mit zahlreichen Keramiken und Gedenktafeln geschmückt, die an die Auftritte legendärer Stierkämpfer wie Miguel Camarita, Palomo Linares, El Niño de la Capea, Ángel Teruel und Paquirri erinnern. Die Arena gehörte einst Antonio José Galán, einem renommierten Matador, der im Jahr 2001 verstarb und dessen Vermächtnis bis heute in Mijas weiterlebt.
Kampfplatz
Der "ruedo", der zentrale Kampfplatz der Arena, ist mit Sand bedeckt und wird von der "barrera" umgeben, einer Holzbarriere, die sowohl die Stierkämpfer als auch das Publikum schützt. Der Sand des "ruedo" hat nicht nur eine symbolische Bedeutung, sondern spielt auch eine praktische Rolle, indem er die Bewegungen des Stiers dämpft und das Blut absorbiert, das während des Kampfes vergossen wird.
Die Arena von Mijas verfügt über mehrere Tore, die für den Ablauf des Stierkampfes von entscheidender Bedeutung sind. Das "puerta grande" ist das Haupttor, durch das der siegreiche Matador nach einem erfolgreichen Kampf die Arena unter dem Jubel der Menge verlässt. Durch die "puerta de toriles" werden die Stiere in die Arena gelassen, während die "puerta de arrastre" dazu dient, die toten Stiere nach dem Kampf zu entfernen. Die "puerta de caballos" ist das Tor, durch das die Picadores – berittene Kämpfer mit Lanzen – die Arena betreten.
Entlang der "barrera" befinden sich in der Regel vier offene Durchgänge, die mit "burladeros" geschützt sind – Barrieren, hinter denen sich die Stierkämpfer in Sicherheit bringen können, wenn der Stier zu nah kommt. Diese "burladeros" sind strategisch wichtig und bieten den Toreros eine kurze, aber entscheidende Atempause während des oft intensiven und gefährlichen Kampfes.
Die Arena von Mijas ist mehr als nur ein Schauplatz für Stierkämpfe; sie ist ein lebendiges Museum der andalusischen Kultur und Tradition, das die Geschichte und die Seele des Stierkampfes bewahrt. Hier verschmelzen Kunst und Risiko, Tradition und Leidenschaft zu einem Spektakel, das tief in der DNA Andalusiens verwurzelt ist.
